Aktuelles

Neues Behandlungszentrum für Menschen mit Behinderung (MZEB) in Stuttgart

Das Diakonie-Klinikum Stuttgart hat in enger Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Stuttgart und weiteren Kooperationspartnern ein Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen, kurz MZEB, gegründet.

Personen bei der Einsegnung des neuen MZEB in Stuttgart

Bei der Einsegnung des MZEB waren zu Gast (von links): Dr. Andreas Oberle (Klinikum Stuttgart, Ärztlicher Direktor des Sozialpädiatrischen Zentrums); Dr. Christian Bepperling Leitender Arzt des MZEB am Diakonie-Klinikum; Felix Riedl (stellvertretender Verwaltungsdirektor Diakonie-Klinikum); Joachim Ziegler (bhz Stuttgart e.V.); Jürgen Rost (Caritasverband für Stuttgart); Bernd Rühle (Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor Diakonie-Klinikum)

Das Ziel ist, Patienten mit Behinderung in der Region Stuttgart besser medizinisch zu versorgen. Das MZEB am Diakonie-Klinikum ist bundesweit eines der ersten Zentren dieser Art, das an einem Akutkrankenhaus angesiedelt ist und von einer Kooperation lokaler Träger der Behindertenhilfe und des Gesundheitswesens getragen wird.

Das MZEB versteht sich als Lotse durch das Gesundheitsnetz: Die ärztlichen Experten schätzen den Gesundheitszustand eines Patienten mit Behinderung ein, bewerten ihn und erstellen einen individuellen Behandlungsplan mit diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen. Die Behandlung erfolgt bei niedergelassenen Ärzten und Kooperationspartnern. Nur in Ausnahmefällen ist eine Behandlung in der Klinik vorgesehen. Wenn möglich, werden vom Zentrum alle notwendigen Termine mit den an der Diagnostik beteiligten Ärzten und Kooperationspartnern vereinbart. Der weitere Behandlungsverlauf wird regelmäßig mit den beteiligten Partnern besprochen und so die Behandlungsqualität gesichert.  

„Mit dem MZEB am Diakonie-Klinikum wollen wir Menschen mit Behinderung eine verbesserte ambulante Betreuung anbieten. Wir hoffen, diesen Patienten einen einfacheren Zugang und eine verbesserte Beratung, Diagnostik und Therapie anbieten zu können, als dies in den bisherigen Strukturen möglich ist“, so Bernd Rühle, Geschäftsführer des Diakonie-Klinikum Stuttgarts. „Das Besondere an dem Modell ist, dass ein Bündnis aus Trägern der Eingliederungshilfe und des Gesundheitswesens gemeinsam ein MZEB aufgebaut haben“, so Jürgen Rost vom Caritasverband Stuttgart. „Alle beteiligten Partner bringen ihre jeweilige Spezialisierung und Expertise zum Wohle der Patientinnen und Patienten mit Behinderung ein“, so Rost weiter.

Kooperationspartner des MZEB am Diakonie-Klinikum Stuttgart sind neben dem Caritasverband Stuttgart e.V. weitere Träger der Behindertenhilfe (bhz Stuttgart e.V., Lebenshilfe Stuttgart e.V.), psychiatrische Einrichtungen (Liebenau Therapeutische Einrichtungen gGmbH, ZfP Klinikum Schloß Winnenden) sowie das Marienhospital Stuttgart, das Klinikum Stuttgart und das Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart.

Das Konzept MZEB im Diakonie-Klinikum Stuttgart

Das MZEB am Diakonie-Klinikum ist ein Angebot, das nach der hausärztlichen Grundversorgung und der fachärztlichen Weiterversorgung angesiedelt ist. Die medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung, die gut im Regelversorgungssystem erfolgen kann, erfolgt weiterhin dort. Das MZEB konkurriert also nicht mit den niedergelassenen Ärzten, sondern versteht sich als Partner und Unterstützungsangebot.

Das Diakonie-Klinikum setzt sich seit langem aktiv für die bessere Versorgung von Menschen mit Behinderung im Krankenhaus ein. Gemeinsam mit dem Behindertenzentrum bhz entstand die Initiative „ProBiK“ – Behinderte Menschen im Krankenhaus –, die den Übergang von der betreuenden Einrichtung in das Diakonie-Klinikum erleichtert. Zwei Beauftragte für Patienten mit Behinderung im Diakonie-Klinikum organisieren beispielsweise alles Notwendige rund um einen Krankenhausaufenthalt. „Als konfessionelles Haus fühlen wir uns der Versorgung dieser Personengruppe besonders verpflichtet“, begründet Geschäftsführer Bernd Rühle sind Engagement für das MZEB unter dem Dach des Diakonie-Klinikums.

Hintergrund

Die Initiative „barrierefrei gesund“ des Caritasverbands für Stuttgart beauftragte zur Erhebung der Ist-Situation der Gesundheitsversorgung geistig behinderter Menschen in Stuttgart eine breit angelegte Studie (veröffentlicht in: Barrierefrei gesund, Lambertus-Verlag 2015). Die Analyse ergab, dass ein vergleichbares Angebot wie das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) für erwachsene Menschen mit Behinderung in Stuttgart fehlt.

Das Konzept des MZEB in Stuttgart ist deutschlandweit nahezu einmalig und ist damit richtungsweisend. Im Vergleich zu anderen Einrichtungen, die ein MZEB betreiben, ist das Diakonie-Klinikum keine auf die Betreuung behinderter Menschen spezialisierte Einrichtung, sondern ein Akutkrankenhaus. Das Zentrum in Stuttgart wird getragen von lokalen Einrichtungen, insbesondere von Trägern der Eingliederungshilfe und des Gesundheitswesens, die ambulante medizinische Versorgung für Menschen mit Behinderung verbessern wollen.

Die Kernkompetenz des Diakonie-Klinikums liegt in der somatischen, medizinischen Untersuchung und Behandlung der Patienten. Durch das gezielte Hinzuziehen weiterer Experten wird die ganzheitliche Versorgung der Patienten abgerundet.

Die ärztliche Leitung hat Dr. med. Christian Bepperling. Er ist Facharzt für Innere Medizin, hat in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und in Fachkliniken hospitiert und die spezielle ärztliche Fortbildung „Medizin für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung“ absolviert.

Zur Website des MZEB am Diakonie-Klinikum