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Erfahrungsbericht von Ulla

Ulla über ihre Erfahrungen in der Wohngemeinschaft Plieningen: 

Als ich im September 2010 mein FSJ im Wohnheim Plieningen begann, dachte ich schon sehr bald an das Ende. Nicht weil ich es so herbeisehnte, sondern im Gegenteil, weil ich mir schon nach wenigen Wochen nicht vorstellen konnte, schon in einem Jahr wieder zu gehen.

Man wird hier sofort herzlich aufgenommen und ich fühlte mich schnell als ein Teil des Wohnheims. Nach einer gründlichen Einarbeitungsphase kam mein erster Dienst allein auf der Gruppe. Ich habe mich sehr darauf gefreut und war stolz, dass ich soviel Verantwortung bekomme, natürlich war ich ein bisschen aufgeregt und unsicher, ob ich das auch wirklich alleine hinbekomme, aber da wir hier 3 Gruppen haben, sind immer noch hauptamtliche Mitarbeiter im Haus, die man immer etwas fragen kann und die nach einem schauen. Das Selbstbewusstsein steigt ungemein wenn man weiß, dass man eine ganze Gruppe (12 Menschen mit Behinderung) den ganzen Abend alleine betreuen kann.

„Normale“ Arbeitszeiten gibt es hier nicht (da sind Wochenenddienste, Früh-, Spät- und Tagdienste), jeden Tag arbeitet man anders. Ein großer Vorteil ist, dass man bei der Vorplanung immer seine Wünsche für den nächsten Monat angeben kann und diese werden dann auch meistens berücksichtigt. Außerdem kann man durch diese Arbeitszeiten mehrmals unter der Woche ausschlafen, weil man eben erst später anfangen muss zu arbeiten. Und wo kann man sonst donnerstags um 9 sagen „Ich hab jetzt Wochenende?"

Im Wochenenddienst stehen dann meistens Ausflüge an, die es zu organisieren und zu begleiten gilt - was gibt es Schöneres, als von der Arbeit aus ins Kino, an einen See oder shoppen zu gehen?

Ach und kochen lernt man hier auch noch so nebenbei, denn beim Tagdienst muss man sich um das Mittagessen kümmern und wenn man da nicht unbedingt ein Genie ist, helfen die Mitarbeiterinnen der Hauswirtschaft und geben Tipps, so dass man zu einem Genie wird :-).

Ich habe so viele Erfahrungen in diesem Jahr gewonnen und habe so viele liebe und tolle Menschen getroffen. Es war schön, mal ein Jahr Pause vom Lernen zu haben, Geld zu verdienen und durch die verschiedenen Dienste einen ganz anderen Tagesablauf kennen zu lernen. Jetzt kann ich  mit viel Motivation ins Studium starten.


 

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